7 Tage, 5 Läufe, 60 Kilometer.

Die letzten Wochen war ich nicht laufen. Habe ich hier ja auch geschrieben. Wegen der Schmerzen im rechten Fuß und um diesen zu Schonen. Das Wetter und wenig Zeit haben mir diese Laufpause noch einfacher gemacht. Bis ich letzten Samstag gemerkt habe, dass es das doch nicht sein kann. Das ich einfach Versuchen möchte, ob es wirklich an dem Joggen liegt oder nicht, falls es schlimmer wird, muss ich dann allerdings auf jeden Fall zum Arzt gehen.

Also die Laufschuhe geschnürt und los gehts. Eher eine gemäßigte Streckenführung rund um Bieselsberg bei tollstem Herbstwetter. Nach 4 oder 5 Kilometern merke ich die Belastung am rechten Fuß minimal, aber sie verschwindet wieder. Sehr schön. Auch konditionell kommt es mir vor als wäre ich trotz der langen Pause in sehr guter Verfassung. Die Waldwege kommen mir aber insgesamt auch sehr gelegen – sowohl von der Belastung für Fuß als auch von der Temperatur, der Luft, einfach allem. Am Ende geht es noch ein wenig quer über die Wiesen weil ich wirklich das Dorf komplett umrunden will – auch wenn es eine sehr enge Schleife ist. 12,5 Kilometer in etwa 70 Minuten, nicht überragend, aber für einen gemütlichen Herbst-Lauf absolut fein.

Ein Tag später, Sonntag Nachmittag und nichts zu tun. Sonntag ist Ruhetag. Also werden die Nike geschnürt und ein längerer Plan realisiert. Von Bieselsberg hinunter ins Nagoldtal (das habe ich schon öfter gemacht) und auf der anderen Seite wieder direkt hinauf auf den Hohenwarter Turm. Kurz vor diesem merke ich, dass die Steigung doch sehr, sehr massiv ist und gehe einige Meter. Hochjoggen auf den Turm wobei mir nach etwa 30 Höhenmetern leicht schwindelig wird und ich die restlichen Meter wieder gehe. Oben angekommen genieße ich diese phänomenale Aussicht, ganz stark (Bilder kommen im Laufe der nächsten Woche) mache kurz Pause und laufe den gleichen Weg wieder zurück. Von Unterreichenbach bis nach Bieselsberg ist es reiner Kampf, Wille nicht aufhören zu joggen, auf keinen Fall anfangen zu gehen. Ich schaffe es und bin am Ende ganz Stolz, auch wenn ich relativ langsam war wobei die niedrige Geschwindigkeit auch den Höhenmetern Geschuldet sind. Konkret war es von 566 Höhenmetern auf der Kohlplatte auf 308 Meter herunter in Unterreichenbach an der Ochsenbrücke auf 573 Metern auf der Plattform des Hohenwarter Aussichtsturms und dann wieder zurück. Also 11,4 Kilometer mit mindestens 530 Höhenmetern und das alles in 80 Minuten von Tür zu Türe inklusive 7 Minuten Pause auf dem Turm. Nicht rekordverdächtig aber allemal anstregend 🙂

Am Montag dann wieder eine wirkliche Standardtour in Pforzheim. Keine Idee ob ich an der Enz laufen will oder im Wald wobei meine Entscheidung auf zweiteres Fällt wegen der Wege. 12,3 Kilometer mit einer 6er Pace. Eine ganz gemütliche Abend-Tour

Dann ist erst einmal Pause angesagt. Am Dienstag gehe ich ins Fitnessstudio, am Mittwoch treffe ich mich mit Freunden. Am Donnerstag laufe ich mal wieder eine „Klassiker-Tour“ welche mich begleitet seitdem ich vor beinahe genau zwei Jahren mit dem Joggen angefangen habe. Nur, dass es damals reiner Kampf war, die leichte Steigung bis nach Oberlengenhardt der offensichtliche Umweg über den Ortsanfang nach Schömberg und dann auch noch den gesamten Weg zurück. Ich bin zu spät losgelaufen, als ich Schwarzenberg beim Kleintierzüchterheim verlasse und in den Waldweg einbiege ist es schon verhältnismäßig dunkel, ab dem Mahdsbrunnen ist die Dämmerung endgültig vorbei. Gott sei Dank gewöhnen sich unsere Augen an diese Lichtverhältnisse. Es läuft einfach. 10,8 Kilometer in etwas über einer Stunde.

Die 60er-Marke hatte ich schon länger im Kopf. Eine Wochenleistung welche ich, glaube ich, noch nie hatte. Aber beim Zusammenrechnen merke ich, dass ein lockerer knapper 10er nicht reicht. Also doch eine längere Tour am Freitag. Aber gut, warum nicht, die Zeit ist da. Ich nehme mir die Zeit wieder. Weil es mir gut tut. Im Vergleich zu meiner ersten Tour in dieser Woche läufe ich den längeren möglichen Weg welcher im Norden Bieselsberg umrundet, der „Viertelesweg“. Ständige Anstiege und Gefälle machen sich schnell bemerkbar aber der Blick über das Nagoldtal entschädigt. Nach 7 Kilometern überlege ich mir, ob ich zu spät losgelaufen bin, es wird schon dunkel, ich weiß, wo ich bin und das ein jetziges Umkehren nicht reichen würde um die 60 voll zu machen. Also geht es weiter. Eigentlich wollte ich zur Burg Liebenzell, aber ich kenne den Trail welcher zurück nach Unterlengenhardt führt, das ist zu gefährlich. Beim Rattenkönig angekommen entscheide ich mich für den direkten Weg in den Nachbarort und lasse die Burg links liegen. Es ist etwa 17:35 als ich in Unterlegenhardt an der Burghalde ankomme. Schon mehrmals habe ich überlegt, bei meinen Eltern anzurufen und mich abholen zu lassen, aber nein, das nicht. Nur weil es Dunkel wird? Blödsinn. Nun geht es durch das Dorf welches sehr von der Anthroposophie geprägt ist und was man an allen Ecken und Enden auch sehen kann zurück über die Reute-Hütte wieder in den Wald. Ich sehe etwas dunkles – ein anderer Läufer welcher stehengeblieben ist und sich um seine Hunde kümmert, sehr Rücksichtsvoll. Danke. Vorbei am Mahdsbrunnen, die letzten zwei Kilometer, sehr gut. Aufpassen, dass man auf keinen Ast tritt, nicht irgendwie ins stolpern kommt. Ich sehe enorm helle Glühwürmchen welche sich nicht oder nur langsam bewegen, aber ich nähere mich Bergab in zügigem Laufschritt dieser Lichtquelle. Nein, es sind keine Glühwürmchen, sondern Nordic Walker. Args. Sie machen einen etwas verwirrten Eindruck als ihnen ein Jogger aus dem Dunkel entgegenkommt. Ihr Pech, wenn Sie durch ihre Stirnlampen (welche auf den breiten Waldwegen absolut nicht notwendig sind) ihren Augen die Möglichkeit nehmen sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Wohoo, genau um 18 Uhr bin ich wieder daheim, 14,75 Kilometer in 84 Minuten. Meine normale Jogging-Pace durchgezogen und den 60er wirklich vollgemacht. Stolz. Und froh, dass der Fuß nicht schmerzt.

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