Dauertest: Erfahrungen mit dem ON Cloudracer

Die Laufschuhe von „ON“ sind neben „HOKA“ und „361“ sicherlich eine der Newcomer-Marken in 2014 und 2015. Natürlich weckt das die Neugierde ob man in diesen Schuhen wirklich ein Laufgefühl wie auf Wolken hat. Die Idee dieser „Kammern“ in den Sohlen ist, das nur dann gedämpft wird, wenn es wirklich benötigt wird – also bei der Landung – und man beim Abdrücken vom Boden trotzdem die maximale Kraftübertragung auf den Untergrund schafft.

Genug der Theorie und nun zur Praxis: Ich habe die Schuhe im Dezember 2014 gekauft und in diesem Jahr regelmäßig getragen. Auch im Fernsehen konnte man die auffälligen Schuhe bei so einigen Triathlon-Profis (z.B. Frederik Van Lierde) sehen.

Sehr auffällig im Profil: Der besondere Aufbau der Sohle und die Schweizer Herkunft.  Zeitgemäße Sprengung von 5mm. Offensichtlich ist der Schuh für die Straße und befestigte Wege gemacht und weniger für Trails.Schöne Details wie das verstärkte letzte Loch zur Schnürung in Form des „O“ von ON unterstreichen die insgesamt sehr überzeugende Materialqualität des Schuhs.

Und auch von hinten sieht jeder überholte Läufer, welche Marke man trägt. Das ist aber auch der Anspruch des relativ leichten und schnellen Cloudracer.
Auch nach ca. 500 – 600 Kilometern lösen sich keine Nähte, hält das Mesh und die Verklebungen. In diesen Punkten überzeugt der Schuh zu 100%. Nur die Schnürsenkel zeigen nach dieser Zeit deutliche Abnutzungsspuren – haben  aber bis zum Schluss gut durchgehalten.
„I fly you to the finish line“ – Mein Halbmarathonbestzeitversuch in den Schuhen ging leider gehörig schief. Das hat aber sicherlich nicht an den Schuhen gelegen. Tempointervalle gelangen mit dem Cloudracer immer gut – und anscheinend funktioniert auch das mit der Dämpfung ganz souverän, da auch die Muskulatur am nächsten Tag wieder ganz gut erholt war. Vorzeitiges Ende durch den von Anfang an befürchteten Schwachpunkt – die Sohle. Die hintere Kammer ist durch meinen Laufstil als erstes abgenutzt und irgendwann gerissen. Deshalb gab es bei jedem Schritt eigenartige Geräusche und auch das Abrollverhalten war nicht mehr so flüssig. Schade, weil der Schuh bis dahin ein guter Begleiter war.

Fazit: Ein toller Schuh einer aufstrebenden Marke. Allerdings finde ich den aufgerufenen Preis von 140€ für einen Laufschuh, der in meinem Fall nur eine Haltbarkeit von ca. 500-600km aufweist, doch verhältnismäßig hoch. Wem das zu teuer ist, kann immer noch den Ausverkauf bzw. Rabattaktionen, bei denen man den Schuh gelegentlich schon ab 70€ bekommt, nutzen.

2 Gedanken zu „Dauertest: Erfahrungen mit dem ON Cloudracer“

  1. Auch wenn die Hersteller von heute teilweise behaupten, dass 500 Kilometer durchaus „genug“ für einen Laufschuh sind (ich habe auch ein Paar bei fast 2.000 km stehen …), finde ich das auch eindeutig zu wenig. Schade, aber bei der Sohlenkonstruktion irgendwie auch nicht ganz verwunderlich.

    Du könntest natürlich jetzt alternativ all diese „Wolken“ abschneiden und schauen, wie es sich ganz ohne sie läuft 😉

  2. Das wäre wirklich ein Versuch 😀 … aber ich glaube dafür bin ich zu weit von deiner Gewichtsklasse entfernt 😉 Das würde vermutlich meine Wirbelsäule oder Bandscheiben nicht überleben.

    Aber es freut mich, dass du es genau so siehst – ich habe letzt auf einem anderen Blog gelesen, dass das für einen Wettkampfschuhe vollkommen in Ordnung ist.

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