Der Läufer im Schnee

Ich war schon viel zu lange nicht mehr laufen. Die Jahreszeit – es wird viel zu früh dunkel, das Arbeiten – bis ich daheim bin ist es dunkel, das Studium – viel zu machen. Es gibt viele Gründe, warum das so war. Als ich vor 8 Tagen im Fitneßstudio gemerkt habe, dass ich NACHDEM Weihnachten und Silvester spurlos an mir vorübergegangen war, dass ich nun 3 Kilo zugenommen hatte ist klar, dass mir das Laufen fehlt. Vor allem als Ausgleich. Nicht für mein physisches Gewicht. Nein, vor allem für mein psychisches Gleichgewicht. Vor allem dafür.

Gestern hatte ich endlich mal wieder Zeit und konnte auch laufen. Die Woche davor war ich krank beziehungsweise so angeschlagen, dass ich kein Risiko eingehen wollte. Das wäre fahrlässig. Aber gestern, gestern war ein perfekter Tag. Sonnenschein, ein milder Wintertag. Ganz toll.

Wegen der langen Pause und dem bald einbrechenden Abend aber nur eine kleine Tour – von der Hochschule zum Seehaus und zurück. Also Laufklamotten und -schuhe angezogen und los gehts. Da mein Handyakku leer war und ich ansonsten keinen MP3-Player oder iPod besitze bin ich so losgelaufen. Auch mal schön. Mit einem Mp3 Player ist es jedoch angenehmer zu laufen und die Zeit geht auch schnell vorbei.

Was soll ich sagen, es ging echt. Ich dachte, es wäre härter nach einigen Wochen Pause. Aber es hat Spaß gemacht. Nur die Wegwahl war bescheiden. Im Wildpark lag überall noch hoher Schnee und als ich auf dem Naturpfad gemerkt habe, dass der Schnee teilweise bereits geschmolzen war, teilweise massive Eisklumpen dort liegen und man hin und her rutscht hatte ich zeitweise wirklich Angst, dass ich mich verletzen könnte. Wäre ja nichts ungewöhnliches. Aber es ist nichts passiert. Gott sei dank. Beim Seehaus habe ich mich dafür entschieden, die Tiergartenstraße für den Weg zurück zu nehmen – betoniert, an der alten Kaserne vorbei. Dort war „geräumt“… heißt eine massive Eisplatte, aber zum Glück nicht rutschig. Geht. Läuft. Als ich daheim ankomme (nach nur 6 Kilometern) war mir noch mehr klar, wie sehr ich das vermisst habe. Für mein Gewicht. Vor allem für mein Gleichgewicht. Ich liebe das Laufen.

Ein Gedanke zu „Der Läufer im Schnee“

  1. Es freut mich, dass du jetzt wieder in die Bahn gefunden hast. Vielleicht solltest du dir den Artikel schon einmal für den nächsten Winter ausdrucken? Man merkt so etwas ja meist erst, wenn es eigentlich zu spät ist. Bald ist Frühling, dann hat man automatisch wieder etwas mehr Lust (zumindest solange, bis es zu heiß ist).

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