Die Ampel wird eingeführt.

Nachdem in der Öffentlichkeit schon lange darüber berichtet wird, dass Deutschland doch endlich eine Ampellösung für Nahrungsmittel (Rot: „Ganz fies“; Gelb: „Geht hin und wieder in kleinen Mengen“; Grün: „Olé, Olé tolles Nahrungsmittel“) einführen soll und sich Horst Seehofer vor die Nahrungsmittelindustrie stellt und gemeinsam diese Lösung boykottieren hat nun einer den ersten Schritt gemacht.

Frosta markiert nun (ein paar wenige) Produkte:

Das gute Gewissen der Nahrungsmittelindustrie, mit dem Reinheitsgebot (z.B. Frei von Geschmacksverstärkern, keine Farb- oder Aromastoffe etc.) und Blog (ein Beispiel für offene Kommunikation), führt freiwillig die Ampel ein. Wenn auch nur für vier Produkte. Marktpolitisch ein sehr kluger Schachzug: Man setzt somit alle anderen unter Druck und stärkt gleichzeitig die eigene Position als „Der Hersteller mit den natürlichen Produkten aus guten Zutaten welcher offen die Nährwertampel präsentiert.“ Wie gesagt, ein sehr kluger Schachzug.

Fragen bleiben

Warum markiert Frosta ab August nur vier Produkte aus ihrem Sortiment? Wäre es nicht möglich, gleich umfassend alle Produkte zu markieren und damit als Marktführer für TK-Kost einen gewissen Druck auf die gesamte Lebensmittelbranche auszuüben? Oder geht es hier mehr um die Publicity in Zusammenarbeit mit Foodwatch als um den Verbraucher? Die Fragezeichen bleiben für mich -vorerst- stehen.

Vor allem bleibe ich bei der Überzeugung, dass Fertiggerichte -egal wie hochwertig die Zutaten sind- nicht zu oft gegessen werden sollten. Alleine durch die Zubereitung erfährt das Essen wieder eine höhere Wertschätzung und alleine deshalb sollte man sich dafür auch die Zeit nehmen. Wenn man dann allerdings mal zur den Fertiggerichten geht, dann lieber aus der Kühltruhe als aus der Konserve und lieber Frosta als einen anderen.

Das Bild ist von Sebadorn.

4 Gedanken zu „Die Ampel wird eingeführt.“

  1. Wirklich besser wird das Essverhalten der Menschen vermutlich trotzdem nicht. Ohnehin werden auch dann die Angaben so gedreht, dass es wieder super aussieht. Daher sicherlich auch nur die vier Produkte. Ohne Köpfchen sollte man eben nicht einkaufen …

  2. Wirklich besser wird das Essverhalten der Menschen vermutlich trotzdem nicht. Ohnehin werden auch dann die Angaben so gedreht, dass es wieder super aussieht. Daher sicherlich auch nur die vier Produkte. Ohne Köpfchen sollte man eben nicht einkaufen …
    Trotzdem finde ich die Ampel sinnvoll. Zumindest den „bewussten Einkäufern“ wird sie etwas helfen.

  3. Ich finde das Ampel-System ehrlich gesagt etwas absurd. Was für einen Bürohengst schädlich ist, muss das für einen schwer arbeitenden Straßenarbeiter noch lange nicht sein. Ich denke, dass Ernährungslehre sehr viel komplexer und sehr viel individueller ist, als es ein simpler Farbcode vermitteln könnte. Mit diesem Code sehe ich eher das Problem, dass Leute sich blind darauf verlassen; ähnliche Fälle hat es ja mit den „fat free“ (= gut) Produkten in den USA gegeben.
    Deshalb halte ich die Frosta-Aktion auch für reine PR. Und kann nur zum Bundesminister sagen: wirkliche Aufklärung und insgesamt klügere Verbraucher tun Not. Dann kann man auf die Ampel aus jedem fadenscheinigen oder vernünftigen Grund getrost verzichten!

  4. Jo aber klügere Verbraucher kann man leider nicht auf Bäumen züchten … unter diesem Aspekt hilft es vielleicht nicht den ganz so klugen.

    Und mittlerweile sind ja die allermeisten im Tertiären Sektor beschäftigt und arbeiten kaum mehr körperlich und für jene sind die %-Angaben schon ganz gut, glaube ich.

    Aber klar, du hast vollkommen Recht: Am besten wären informierte Verbraucher die sich darum kümmern, was sie Essen: Dann bleiben wir vor PR Maschen, „Light“ und „Feel-Good“ Produkten verschont…

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