Ein Tag vor meinem ersten Marathon

Ein gewöhnlicher und vernünftiger Weg zur Marathonpremiere ist, zuerst zu beschließen, wann man wo seinen ersten Marathon zu laufen will, sich anmeldet, 12 Wochen oder länger darauf trainiert um dann am großen Tag physisch und mental perfekt vorbereitet zu sein.

Bei mir lief es nicht so gewöhnlich. Im Juli oder August keimte die Idee, dass eine Marathonteilnahme dieses Jahr noch möglich und spannend wäre.

Ende August lief ich mal „nebenher“ 28km in 2:35 und dachte mir so „wow, wirklich gute Form, das sollte man für einen offiziellen Lauf ausnutzen“. Weil mein erster Lauf etwas besonderes sein sollte fing ich an, mit dem 50km Albmarathon zu kokettieren. Da aber meine Masterarbeit im Vordergrund stand verschob ich die Entscheidung. Eine Woche später lief ich im Training eine neue persönliche Bestzeit auf der Halbmarathondistanz. Die 1:42, welche ich im März benötigt hatte, wurden um 12 Minuten unterboten, das hätte ich mir ehrlich gesagt niemals zugetraut. 1:30 für 21,1. Nun war entschieden, dass ich an irgendeinem Lauf noch teilnehmen muss, bei einer solchen Form. Mitte September dann die eigentliche Entscheidung, am Albmarathon teilzunehmen der mit über 1000hm auf den ersten 30km eine wirkliche Herausforderung ist. In Vorbereitung darauf und um die Belastung einschätzen zu können habe ich eine meiner härtesten Steigungsläufe jemals gemacht. In Nagoldtal hinunter, auf der anderen Seite hinauf, quer über den Biet, hinunter ins Würmtal und das ganze wieder zurück. Über 700 Höhenmeter auf 17 Kilometern in 1:50 die Tage danach erwartungsgemäß Muskelkater und die Hoffnung auf den (kurzen) Ultra in Schwäbisch Gmünd. Leider war das der letzte längere Lauf für einige Wochen und ich musste mir eingestehen, dass meine Form für eine solch anspruchsvolle Veranstaltung für eine Premiere nicht reicht was auch mit meinen Zeitplänen zusammenhing. Fixe Idee war die ersten 30km in einem 6er Schnitt zu laufen (wohlgemerkt bergauf!) um dann das Tempo so anzuziehen, mein Marathon-Debüt in Sub4 zu schaffen… wenn ich das Tempo weiter hätte durchziehen können wäre es eine 4:30 gewesen. Das allerdings war unrealistisch. Aus der gesamten nicht-vorhandenen Vorbereitung und fehlender Erfahrung musste ich die Konsequenz ziehen und Anfang Oktober mir eingestehen, dass der Albmarathon dieses Jahr noch keine Option ist.

Spontan umdisponiert auf eine einfachere, weil deutlich flachere Strecke (mit nur 42,2km): Der Bottwartal-Marathon.

Jetzt werde ich morgen früh zeitig aufstehen (so gegen 5 Uhr), Frühstücken, dorthin fahren, mich melden und meine Marathon-Premiere haben. Ich bin gespannt, wie es läuft, bei meiner nicht ganz gewöhnlichen Marathon-Premiere.

Den heutigen Tag über ausreichend gegessen und getrunken, Rucksack mit allen Utensilien ist gepackt (so hoffe ich) und dann geht es zeitig ins Bett. Drückt mir die Daumen!

5 Gedanken zu „Ein Tag vor meinem ersten Marathon“

  1. Ich halte dir die Daumen!
    Interessante Vorbereitung und ich hoffe, dass es morgen für dich richtig gut läuft. Sport frei!

  2. Danke!

    Ich hätte auch lieber eine klassische Vorbereitung bevorzugt, aber wollte den Fokus auf meine Masterthesis legen und dementsprechend ist es nun so gelaufen 🙁 aber wenigstens von der Thesis her hat es sich, so glaube ich, gelohnt!

  3. Ja, dann mal gute Nacht! Ich bin sehr gespannt auf den Bericht nach dem Marathon. 😉
    Ich drücke dir die Daumen, dass alles so klappt, wie du es dir vorgestellt hast. Komm gesund ins Ziel!
    Lockere und schnelle Beine morgen,
    Gruß Daniel

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