Erinnerungen an der Enz

Was ist eigentlich mit dem Wetter los? Ansonsten sehr verregnet und unangenehm waren es gestern Mittag in Pforzheim, der Goldstadt, gelegen zwischen Stuttgart und Karlsruhe, 20 Grad… und das an einem 21. November. Sehr ungewöhnliche Angelegenheit, oder?

Da das lernen eh nicht so lief wie erwünscht und erhofft und ich einfach noch eine Pause brauche schnüre ich um 16.15 Uhr meine neuen Sport-Schuhe und laufe los. Geplant ist heute eine sehr einfache und überschaubare Tour – schließlich wird es bald dunkel und man muss es nicht immer gleich wieder übertreiben ;-). Zuerst geht es vom Wildpark herunter durch die Wohnhäuser und die St. Georgensteige, wieder vorbei an der Hochschule für Gestaltung an die Enz. Aber im Gegensatz zum letzten Mal biege ich nicht links ab und laufe Flussäufwärts (wo man als Folge nach wenigen hundert Metern dann die Nagold entlang läuft) sondern rechts und folge dem Fluss. Vorbei geht es durch 50er Jahre Bauten und einer Frau, welche ihren kleinen Köter nicht wirklich unter Kontrolle hat. Rechts lasse ich nun das Städtische Krankenhaus liegen. Ich erinnere mich daran, dass die letzte Blut-/Plasmaspende schon sehr lange zurückliegt und ich doch wohl demnächst mal wieder einen Termin ausmachen sollte. Das Transfusionszentrum dort ist sehr angenehm und viel wichtiger – wenn ich einen Unfall hätte wäre ich auch auf das Blut anderer Menschen angewiesen. Warum also sollte ich mich nur aus reiner Bequemlichkeit davor drücken mein eigenes Blut auch herzugeben? Egal, jetzt ist nicht die richtige Zeit sich darum zu kümmern, dass muss ich am Montag machen. Ich laufe über die Brücke, wechsele also die Flussseite und lasse auf der gegenüberliegenden Seite das Gelände der Gold- und Silberscheideanstalt (mir hat einmal jemand erzählt, dass dies angeblich mit ein Hauptgrund war, warum Pforzheim im zweiten Weltkrieg so massiv bombardiert wurde – die Verarbeitung des Goldes der Juden wurde wohl hauptsächlich in dieser Stadt gemacht. Ob das stimmt, weiß ich nicht) sowie des VfR Pforzheim und dessen Stadion „Im Holzhof“ liegen. Ab hier kenne ich auch den nächsten starken Kilometer meiner Strecke: Dies war auch ein Teil des Rundkurses meines zweiten 10-Kilometerlaufs an welchem ich Ende Juni teilgenommen hatte. Es kommt das Kraftwerk des regionalen Energie- und Wasserversorgers. Anschließend geht es vorbei an der Eislaufhalle und Familien mit Kindern, dem Biergarten welcher im Sommer, und speziell zu Europa- und Weltmeisterschaften mit Public Viewing und guter Stimmung, Menschenmassen anlockt sowie den Gewächshäusern welche extra für die Landesgartenschau 1992 errichtet wurden. Die Wege auf denen ich laufe sind sehr wechselhaft. Festplanierter Sand mit loser Auflauge (eben bei diesem Lauf gab es damals einige harte Stürze und viele Leute waren sehr erbost über den Untergrund) wechselt sich ab mit asphaltierten Teilstücken aus verschiedensten Jahrzehnten was man an dem wechselhaften Zustand sieht und, wenn man unvorsichtig ist, auch spürt. So langsam verlasse ich wirklich die städtische Gegend und laufe Richtung Eutingen wobei man nie vollständig vergisst, dass man im Randbezirk einer zahlenmäßigen Großstadt ist und auf dem Weg in einen Stadtteil ist. Die Enzauen sehr hier sehr schön aus, zwar nicht vollkommen unberührt aber trotzdem mit einem gewissen Charme. Kurz vor Eutingen unterquere ich die B10 um durch ein Wohngebiet zu laufen bei welchem eine Brücke die Enz überwindet und ich mich auf den Rückweg machen kann. Einige Jungs hocken hier draußen und rauchen Shisha, andere Leute sind noch spazieren und ebenfalls joggen. Der Rückweg auf der anderen Flussseite ist insgesamt der „natürlichere“ Teil der Strecke. Puls ist in Ordnung, ich fühle mich gut, sehr schön. Im Gegensatz zum Hinweg bei welchem ich über viele Treppen hinunter ins Tal gekommen bin entscheide ich mich nun für die „harte“ Variante. Vor dem städtischen Krankenhaus gibt es eine langgezogene Straße welche den Berg hinaufführt. Ein Schlussspurt. Also Spurt nicht wirklich, aber eine letzte Kraftanstrengung. Insgesamt sind es etwa 90 Höhenmeter auf die letzten 1,5 Kilometer. Nicht gerade wenig. Aber ich bin stolz auf mich. Mit nur einer unfreiwilligen Pause wegen einer roten Ampel schaffe ich es doch am Stück hoch. Nach 52:30 sind 9,6 Kilometer Geschichte und es fühlt sich gut an. Es tut mir leid, dass ich keine Bilder gemacht habe aber irgendwie war ich halt mit dem Laufen beschäftigt – Sorry. Und außerdem wären die Bilder nicht so schön geworden wie bei den normalen Strecken. So siehts aus :).

Ein Gedanke zu „Erinnerungen an der Enz“

  1. Immer Fotos geht nicht, das spart man sich besser für die besonderen Touren auf…

    Und es geht ja auch ohne, zumindest konnten Google Earth und ich die Tour ganz gut nachvollziehen (weil, wir sind neugierig… 😉 ).

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