Fahrtechnikkurs im Bikepark Wildbad

Jedes Mal, wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin und in einen schönen Trail einbiege – und davon gibt es im Schwarzwald wirklich einige – merke ich, dass ich nicht wirklich eine gute Fahrtechnik habe. Aus diesem Grund bin ich jedes Mal froh, wenn Freunde für gemeinsame Touren Zeit haben und mir währenddessen Tipps geben können. Leider kommt das nicht so oft vor und auch dann sind es immer nur einzelne Ratschläge oder Passagen, die man übt. Aus diesem Grund habe ich vorgestern, also am Sonntag, bei einem Fahrtechnikkurs bei der Radsportakademie in Bad Wildbad teilgenommen.

Angemeldet habe ich mich bereits vor zwei Monaten wobei ich auf einen normalen Frühling gehofft habe. Hintergrund ist, dass die Kurse bei mehr oder weniger jedem Wetter stattfinden und man gegebenenfalls den ganzen Zeit im Regen unterwegs wäre was nicht wirklich angenehm ist. Lange Zeit sah es aus als würde es auch am Sonntag kalt werden aber dann hatten wir doch richtig Glück: Sonnenschein, trockene Pisten und knapp 20° Grad. Also das Fahrrad gepackt und mit Muskelkraft die 20km bis nach Bad Wildbad gefahren (inklusive dem Anstieg auf den Sommerberg).

Weil die Kursgebühr (69€ pro Person) schon davor bezahlt war kamen nun nur nochmal 25€ Leihgebühr für die vorgeschriebene Schutzausrüstung (Brust, Arm und Beinprotektion sowie Vollvisier-Helm) dazu. Ungewohnt, kann man dazu nur sagen.

Am Anfang wurden kurz die Trainer für die beiden Gruppen (Fahrtechnik 3 + 4) vorgestellt bevor es schon losging.

Vormittags wurden im Fahrtechnik 3 Kurs bei welchem ich dabei war erst „Trockenübungen“ auf einem breiten Waldweg und einer Wiese gemacht (richtige Haltung auf dem Bike, Gewichtsverteilung, Bremsen, Slalom, Spitzkehren, Vorder und Hinterrad heben,…) die zum Teil schon Defizite aufzeigten (aber hey, dafür macht man das ja). Schön war, dass die Trainer (Uwe und Caro) immer wieder direkt und konkretes Feedback für jeden Teilnehmer in unserer 12er Gruppe gaben. So soll es sein. Dann ging es noch auf den kleinen Übungsparcours bei dem man das Gehörte schon anwenden konnte.

Nach der Mittagspause ging es dann wirklich ins Gelände. Zuerst auf die Dual Slalom Strecke (gut zum üben der richtigen Sitzposition, Pedalstellung etc.) bevor es auf den Biker X und den Bikepark Freeride ging welche wir immer in Etappen bewältigten und jeder Trainer sich um eine 6er Gruppe kümmerte wobei wir immer zusammen geblieben sind. Für die ganz kniffligen Passagen (laut Bikeparkseite sind es „leichte“ Strecken – so unterscheidet sich Meinungen 🙂 ) gab es immer einen „Ausweg“, den Chicken Way… nun gut. Was man merkt: Wenn ein guter Fahrer vor einem fährt und man sich konzentriert, dann hat man wirklich jede Menge Spaß und merkt schnell, wie viel man fahren kann, wenn man nur genug acht gibt, nicht zu schnell macht, sie realistisch einschätzt und dann auch übt, übt, übt.

Für mich haben sich auch die Protektion gelohnt, bin zwei Mal abstiegen. Dumme Sache… aber immerhin nichts schlimmes passiert. Daraus lerne ich eben auch.

Am Ende gings dann auch noch zur offiziellen Dowhnhill-Strecke, einige Teilnehmer sind ein Teilstück davon gefahren ansonsten haben wir einen schönen Serpentinenweg ab ins Tal genommen bevor es das letzte Mal mit der Sommerbergbahn wieder hinauf ging und der Kurs schon wieder vorbei war. Kurz nach 17 Uhr, jeder mit einem riesen Strahlen im Gesicht, Spass hats gemacht und gelernt hat man wirklich einiges.

Danach wieder das Bike gesattelt und die 20km nach Hause geradelt, bei bestem Wetter wobei es am Ende schon etwas zäh wurde… Höhenmeter am Ende eines langen Tages sind mies wenn die Kondition nicht passt und man die „Hitze“ noch nicht gewöhnt ist.

Einziger Wermutstropfen ist, dass nun irgendetwas an meinem Fahrrad ziemlich mies knackt. Das heißt nächstes Wochenende schauen ob das Schaltwerk nur verstellt ist oder ich ernsthaft irgendetwas an meinem Niner RIP kaputt gemacht habe. Nunja, dann wäre es ebenso.

Der Fahrtechnikkurs war wirklich super. Ich war mir unsicher, ob der 3er Kurs das richtige für mich ist aber das hat sehr gut gepasst. Allerdings traue ich mir den 4er nie im Leben zu… also vorerst erstmal üben, üben, üben. Ich kann es jedem empfehlen, es ist zwar nicht ganz billig (Kursgebühren + Protektion + Mittagessen bedeutet, dass mal ein Hunderter weg ist) aber auf jeden Fall wert. Top sympathische Trainer, tolle Location. Sehr fein.

Ein Gedanke zu „Fahrtechnikkurs im Bikepark Wildbad“

  1. Hallo Ruben!
    Netter Blog und netter Artikel! So ein Training hört sich interessant an. Ich bin auf dem Gebiet leider nicht so versiert, aber vielleicht wird das mal irgendwann – vor habe ich es zumindest… Ansonsten halte ich’s auf jeden Fall im Hinterkopf um es Freunden zu empfehlen. So Radsportakademien gibt es doch bestimmt auch in anderen Städten oder Gegenden? Schwarzwald ist natürlich ein Traum!

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