Flussaufwärts.

Schon vor längerer Zeit hatte ich hier ja über meinen Plan geschrieben, einmal die Nagold, einen Fluss in der Umgebung abzulaufen. Am Sonntag hat sich mal wieder die Gelegenheit gegeben ein weiteres Stückchen zu erlaufen. Los ging es kurz vor 14 Uhr, angenehmes Wetter, so könnte der Herbst immer sein.

Vom Wildpark Pforzheim, Hochschule für Wirtschaft und Recht geht es den Berg runter, zuerst durch eine typische Häusersiedlung, danach nicht über die Straße der St. Georgen Steige (einfach zu viel Autoverkehr) sondern durch eine kleine Grünanlage in das Tal. Vorbei an der Fakultät für Gestaltung, insbesondere weltbekannt für das Transportation Design – wobei euch Industrial-, Mode-, und Schmuckdesign nicht zu verachten sind, geht es direkt an die Nagold. Etwa hundert Meter vor mir sieht man wie bei der Brücke die Enz und die Nagold zusammenlaufen. Obwohl die Enz der kürzere Fluss ist wird deren Namen behalten (bis sie ihrerseits im Neckar aufgeht) da diese ihre Flussrichtung behält.

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Los geht es auf dem Fahrrad-/Fußgängerweg in das Flößerviertel. Rechts auf der anderen Seite steht das Kongresszentrum sowie das Parkhotel und das Theater. Entlang der Promenade, die übrigens zum Teil neu und sehr schön gemacht wurde, passiere ich das Reuchlinhaus und später das Kupferdächle welches ein Jugendkulturzentrum ist. Während Pforzheim während des zweiten Weltkriegs durch Bombenangriffe neben Dresden und Hamburg die am stärksten betroffen war sieht man hier noch wirklich schöne, alte Gebäude die vom früheren Glanz der Stadt erzählen.

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Ich überquere die Blaichstraße und bin nun wirklich auf dem Nagoldtal-Radweg angekommen. Links sitzen einige Obdachlose auf den Bänken und mir geht es mal wieder durch den Kopf, wie gut es mir geht, was jeden einzelnen dazu bewogen hat sein Leben so zu führen und so weiter. Lösungen finde ich nicht. Findet man wohl nie.

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Nach etwa drei Kilometern sehe ich die ersten Häuser von Dillweißenstein, davor kam bereits das Gelände vom Tennisclub 88 Pforzheim sowie ein Spielplatz. Auch hier mischen sich Bauten aus den 50ern mit älteren, sehr repräsentativen Gebäuden.

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Obwohl ich erst eine starke halbe Stunde unterwegs bin entscheide ich mich an der nächsten Tankstelle etwas zu trinken und zu essen zu kaufen. Das ich bisher nicht zu Mittag gegessen habe und mittlerweile doch schon 14.30 ist denke ich mir, das dies wohl die bessere Wahl ist. Die Entscheidung fällt auf eine Coke Zero und ein Kinder Bueno. Die Coke ist super. Das Bueno abartig scheisse. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal davor eines gegessen habe, aber in Zukunft werde ich mir das Geld auf jeden Fall sparen. Obwohl ich weiter an der Nagold direkt laufen könnte mache ich einen kleinen Abstecher durch eine Seitenstraße damit auch ihr seit, was für schöne Straßenzüge es in Dillweißenstein gibt. Nebenbei passiere ich auch das neue Boardinghaus des Parkhotels. Ich habe keine Ahnung, was ein Boardinghaus ist aber das, was dort gebaut/renoviert wird sieht sehr gut aus.

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Links die Brücke über die Nagold ist offensichtlich schon sehr alt. Links und etwas weiter oben wäre die Burg Rabeneck, eine Jugendherberge. Allerdings ist die so furchtbar hellblau angemalt, dass sie meines Erachtens nur störend aussieht, deshalb auch nicht auf den Bildern ;-).

Ja, nun geht es nur noch durch das Nagoldtag, keine Ortschaft mehr bis Unterreichenbach. Links der Nagold verläuft die B463 (die allerdings die Ruhe kaum stört) und rechts davon eine Strecke der Deutschen Bahn auf welcher die Kulturbahn verkehrt, da es in ganz Baden-Württemberg wohl kaum eine andere Region gibt, die kulturell soviel zu bieten hat wie die Städte entlang dieser Bahn (O-Ton Deutsche Bahn). Welche Aussage. Kaum eine Region in Baden Württemberg. Könnte mich darüber kaputtlachen. Die Kulturbahn fährt übrigens Pforzheim-Calw-Nagold-Horb-Tübingen.

Ja irgendwie kann ich kaum mehr etwas zu den nächsten Bildern sagen. Schöner Herbstwald, kaum Passanten, sehr angenehm. Einige unerschrockene paddelten Flußabwärts in Kanus, darauf hätte ich bei den Temperaturen gar keinen Bock – aber wahrscheinlich dachten die das gleiche über das Joggen :).

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Insgesamt ist es echt gut gelaufen, dafür, dass ich zur Zeit außer Form bin. Allerdings beende ich die Tour dann in Unterreichenbach, meine Idee war mal noch den „Berg“ hochzulaufen aber das wäre mir zu viel gewesen an dem Tag. Insgesamt waren es dann 15 Kilometer in 1:37 wobei ich dank Coke und Bueno durch halb Dillweissenstein nur gegangen bin. Von daher, passt.

5 Gedanken zu „Flussaufwärts.“

  1. Stimme Hannes da absolut zu, wirklich schöne Fotos.

    Und auch die Idee an sich, einfach mal ein paar Kilometer an einem Fluß entlang zu laufen finde ich klasse – ist mal was ganz anderes.

    Nach einem Bueno allerdings (und ich liebe dieses Zeug) könnte ich wahrscheinlich nicht mehr allzu lange laufen 😉

    Schöne Grüße
    Lars

  2. Hab´ mir die Strecke gerade nochmal interessehalber auf Google Earth angeschaut, die sieht ja wirklich hübsch aus, mit einem schönen Mix aus ein bisschen freundlicher Zivilisation und den sieben Kilometern weitgehend unbesiedeltem Talgrund – richtig schön (und die Fotos machen´s gleich noch mal viel lebendiger, so gehört das!).

    An der Verpflegung musst du allerdings noch ein bisschen feilen, glaube ich – Coke Zero hat ja gar keine wertvollen Kalorien und Kohlenhydrate, da fehlt doch was. 😉
    Und was die Schokoriegel angeht, da empfehle ich zum Laufen Twix, das ist gehaltvoll und ein klein bisschen weniger Süss, oder – falls nicht erhältlich – ein Mars, das ist zwar ein bisschen quatschig, geht aber ebenfalls gut. Auf jeden Fall zu vermeiden sind Snickers, die Nüsse hängen einem nämlich noch ewig im Rachenraum rum… 😉

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