Frust.

Sorry, dass mein letzter Eintrag schon wieder 11 Tage her ist und – noch viel schlimmer – vom April berichtet. Warum das so ist möchte ich jetzt mal kurz erklären… vielleicht wird es länger, ich weiß es nicht.

Als ich angefangen habe mit Laufen war ich dabei mit dem Rauchen aufzuhören. Mit dem Rauchen habe ich wieder angefangen. Mit dem Laufen nicht aufgehört. So weit so gut. Achja, derzeit bin ich mal wieder im Versuchsstadium des Nicht-rauchens. Drückt mir die Daumen! Merkwürdig: Obwohl es echt stinkt und man die (weniger schlimmen) negativen Auswirkungen wirklich sofort spürt hat man trotzdem oft den Drang sich einfach mal ne Kippe zu nehmen… da zählt halt Durchhaltevermögen.

Jedenfalls war laufen für mich nur ein Vehikel um eine weitere Motivation zum Nicht-Rauchen zu haben, der Gewichtszunahme entgegen zu wirken und mal etwas neues auszuprobieren. Ich habe Spaß daran gefunden. Also am Laufen. Deshalb blogge ich hier. Letztes Jahr habe ich an zwei Volksläufen teilgenommen. Ohne große Ambitionen. Aber selbst die musste ich verdammt relativ sehen. Nicht im Bezug auf irgendwelchen Semi-Profis die in Sub35 die 10 Kilometer laufen sondern viel eher bei der Ü50 Kategorie die „eher gemütlich“ eine Sub45 laufen…

Aber egal, während des letzten Semesters und der Diplomarbeit war das Laufen ein toller Ausgleich – ist er heute noch. Wenn ich keine Zeit habe gehe ich erst Recht laufen. Es muss sein. Ich bin produktiver, ausgeglichener, besser drauf – und davon profitiere nicht nur ich, sondern mein ganzes Umfeld.

Die Tour über den Tellerrand welche Hannes und Mathias angeleiert haben ist eine tolle Sache. Man muss sich zwar Zeit nehmen aber entdeckt neues. Zeitlich ist es aber leider nicht drin, immer mit dem Auto in neue Gegenden aufzubrechen um einen 20er zu Laufen.

Natürlich, ich könnte einen Halbmarathon in Angriff nehmen. Habe ich mir auch schon überlegt. Aber wieso? Mit welchem Ziel? Ankommen? Langweilig! Ich weiß, dass ich die Strecke schaffe. Dafür Geld zu bezahlen? Vielleicht, ja. Das schlimmste aber ist, dass ich unter ferner liefen laufen würde. Und das ist derzeit mein Problem. Weil sich das nicht ändern wird. Weil meine 82 – 84 Kilogramm für meine 1,86 Meter zwar ganz gut sind aber leider zum laufen denkbar ungeeignet. Aber wegen des Laufens auf das Fitnessstudio zu verzichten, mich herunter zu trainieren (insbesondere da ich sowieso nicht die unglaublichen Muskelberge vorweisen kann) auf vielleicht 70 – 75 Kilogramm nur um beim Laufen eine höhere Leistungsfähigkeit zu erreichen? Ich glaube das würde bei mir nach nichts aussehen. Und zweitens wäre es während eines Masterstudiums eine gewagte Idee, um es vorsichtig auszudrücken.

Aber was nun machen? Vielleicht schaffe ich es bis zum Sommer, das eine oder andere Kilo abzunehmen. Wenn auch nicht viel. Vielleicht werde ich noch einen Halbmarathon in Angriff nehmen. Ich weiß es nicht. Müsste auch zeitlich gut reinpassen. Vielleicht die Geschwindigkeit noch etwas hochbekommen, ein wenig an der Tempohärte feilen. Für mich selbst akzeptieren, dass ich wohl niemals eine Sub40 laufen kann. Zu viel träge Masse. Gelöst, gelöst habe ich diese Frage für mich aber auch noch nicht.

Der Mai war lauftechnisch bisher eher durchwachsen.

Am 1. Mai bin ich Nachmittags statts auf eine Maiwanderung zu gehen nochmals auf eine kurze Runde (10,7 Kilometer) um meinen Ort gemacht. Dabei habe ich auch noch eine Runde vom „Reute-Lauf“ welcher Anfang Juni stattfindet mitgenommen. Bilder habe ich gemacht, waren aber nicht besonders. Eine Ente im Dorfteich am Waldanfang… ansonsten nur trübes Maiwetter. Traurig.

Am 4. Mai ging es auch wieder zu so einer „Pflichtour“ (8,8 Kilometer) nach dem Arbeiten. Geld und eine Leinentasche eingepackt und auf dem Rückweg im Aldi noch etwas zu Essen gekauft. Meine armen Mitmenschen. Vorgelassen hat mich trotzdem keiner. Hab zuviel gekauft, dachte ich könnte auch mit der Tasche die restliche Strecke joggen. Ging aber nicht. Toller Plan.

Am 5. Mai war super Wetter. Abends mal die eigenen Grenzen ausprobieren wollen. Wenigstens auf einem kurzen Teilstück (<2,5 Kilometer) und mit der Pace gehts schon. Am besten war allerdings, dass ich die 90 Höhenmeter auf dem letzten Kilometer bis zur Hochschule laufend genommen habe. Acht Minuten – nicht rekordverdächtig, aber dafür der direkte Weg und ohne Pause. An sich ist die Strecke (10,2 Kilometer) nach Dillweißenstein schon schön und bietet sich eigentlich auch als „Daily Route“ an – wenn mal keine Interesse am Seehaus und dahinter besteht.

Am 7. Mai bin ich morgens aufgewacht und bin liegen geblieben. Mir war kalt. Ich hab geschwitzt. Ich konnte nicht schlucken, der Hals hat komplett geschmerzt. Alles hat wehgetan. Das war dann so etwas mein Wochenende. Montag ging es langsam wieder besser, wobei gut übertrieben wäre… super ekelhafte Sache. Da ich nichts riskieren will und so das Laufen auch keinen Spaß macht, mache ich Pause.

Am 12. Mai gehe ich mit Albert laufen. Der hat von der Physis die optimalen Anlagen als Läufer. Gute Kondition (trotz Rauchens), geringes Gewicht. Er läuft erst seit kurzem, hat sich spontan für den München Halbmarathon angemeldet. Viel Erfolg dabei! Jedenfalls läuft er jetzt schon eine Pace wie ich sie normal beim Joggen laufe. Spricht gegen mich. Hat mich auch zu den einführenden Überlegungen gebracht. Insgesamt ist der Lauf etwas zu schnell für mich. Ich bin zu spät auf dem Weg zum Treffpunkt, nehme die 1,5 Kilometer (z.T. Bergab) sehr zügig in Angriff, dann laufen wir entlang der Enz bis zum Anfang von Birkenfeld, wechseln die Seite, laufen auf dem Hanfackerweg wieder Richtung Pforzheim, die Treppen hoch auf den Sonnenhof (oder doch Rodgebiet?) und wieder zurück. Für die gemeinsame Strecke von 10,5 Kilometer benötigen wir 52:40. Wie gesagt, ein wenig zu schnell für meinen Geschmack. Aber gut wars trotzdem. Hoffentlich bald mal wieder, lieber Albert!

Samstag, 15. Mai, Abend mal wieder ausgiebig Zeit. Nichts, was eilt, was unbedingt erledigt werden muss. Die Idee für die Route steht schnell: Ans Seehaus, nach Würm, an der Würm entlang bis zur Nagold, an der Nagold bis zum städtischen Krankenhaus und dann zur Krönung wieder den Berg zur Hochschule hoch. Läuft gut, macht Spaß. Toller Tag. Und am Besten: Ich packe den Berg am Ende wieder. Den Kilometer in 7 Minuten. Höhenmeter machen mir immer mehr Spaß. Und es wäre noch Luft nach oben gewesen. Besonders erwähnenswert da ich nach der Tour mit Albert hochgegangen bin, nicht mehr joggen konnte. Nicht mehr wollte. Da war keine Motivation mehr da.

Montag, 17. Mai. Eine Überlegung: Es ist paradox, für was alles wir das Auto nehmen. Muss nicht sein. Ich habe Vorlesung, bin bei meinen Eltern, will Abends auf jeden Fall noch nach Schömberg ins Fitnessstudio. Also fahre ich mit dem Auto zur Bahn nach Unterreichenbach, von dort in die Hochschule, in die Wohnung, Zeug wegbringen, Laufklamotten anziehen und laufe zurück. Ganz neue Perspektive, diese Route (11,2 Kilometer). Vom Würmtal bin ich noch nie nach Huchenfeld hochgelaufen. Nett! Eigentlich wollte ich Huchenfeld an der Seite liegen lassen und über Hohenwart und den Hohenwarter Turm nach Unterreichenbach laufen. Aber dort hat mich einerseits die Beschilderung und andererseits mein geographisches Gefühl im Stich gelassen.Am Ende komme ich doch noch an. Hätte mehr neues sehen können. Schade. Nächstes Mal. Wiederholung gibts.

2 Gedanken zu „Frust.“

  1. Aber warum musst du dich denn mit den Ü50ern messen? Du weißt doch nicht, woher die ihre Leistung haben. Wenn die seit 10, 20 Jahren sportlich voll dabei waren, ist das doch nicht so verwunderlich, oder?

    Für mich zählt nicht der Vergleich mit den anderen sondern mit sich selbst. Und gerade bei dem „Berg“ merkst du doch, wie es aufwärts gehen kann. – Und was ohnehin viel wichtiger ist: Der Spaß am Laufen!

  2. Irgendwie hast du recht Hannes, natürlich kann man sich nicht mit Leuten messen, die einen Sport schon zig Mal länger machen… aber man macht es trotzdem – und ich sehe ja auch an dir (und deinem beeindruckenden Trainingsleistungen) und deinen Ergebnissen, was in unserem Alter möglich ist 😉 …

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