KW 15 – Hauptsächlich Läufe (99,4 Kilometer)

Wochenanfang, Sonntag. Wunderbarer Sonnenschein, der Frühling liegt in der Luft. Nicht so toll für Leute mit Allergien aber für jeden anderen einfach Traumhaft. Also die Brooks geschnürt und ab in den Wald – Trails bis zur Burg Liebenzell und dann den direkten Weg bis zur Stadtmauer hinab ins Tal, vorbei an dem kleinen Stadtsee und auf der anderen Seite gleich wieder den Berg hoch. Steil ist es. Holla die Waldfee. Vorbei an dem Ort an welchem im 11ten Jahrhundert das Schloss Liebenzell stand und die Talflanke hoch. Immer nur geradeaus. 200 Höhenmeter auf 2,2 Kilometer. Ein riesiger Spaß (vor allem weil es danach weiter hoch geht, wenn auch weniger steil). Vorbei an dem schönen Grillplatz Rohrbrunnen wo am 1. Mai wieder Unmengen von Leuten sein werden nach Maisenbach, schräg durch das Dorf Richtung Oberlengenhardt. Im Normalfall grüße ich während des Joggens alle Leute, hin und wieder gibt es kurze Gespräche („Könnten Sie uns sagen, wo es hier und dort hingeht“) und ich helfe gerne weiter. So auch heute. Bis ich in Oberlengenhardt eine kurze aber knackige Steigung Richtung Reuteweg hochlaufe. Ein Fahrradfahrer kommt mir entgegen und grunzt mir unfreundlich nur entgegen ob es der richtige Weg zur Maisenbacher Sagmühle sei. Er sagt nicht Hallo und verlangsamt auch seine Bergabfahrt nicht während er mich fragt. Ich bin kurz überrascht und sage ja während er schon an mir vorbeigefahren ist und ich laufe weiter. Kurz danach (er ist schon beinahe außer Sichtweise) fällt mir ein, dass die Maisenbacher Sagmühle nun nicht mehr offen hat und die Besitzer ein neues, sehr hübsches Lokal mit Biergarten mitten im Dorf von Maisenbach betreiben. Tja, das heißt wohl er fährt nun das Tal hinab um dann den Zettel an der Tür zu finden und wieder alles bergauf zu fahren. Mitleid habe ich dieses Mal nicht. Warum auch, wenn es an den minimalsten Grundlagen der Freundlichkeit fehlt? Die letzten Kilometer gebe ich nochmal etwas mehr Gas und laufe Zeiten unter 5 Minuten. Nicht sinnvoll aber spassig. Nach 16,5 Kilometern in 1 Stunde 33 Minuten freue ich dann einfach nur noch auf eine Dusche, einen frischen Kaffee und ein Stück Kuchen. Sonntage sind schön.

Montags der Versuch einer wirklich schnellen Runde. Deswegen ist die Route auch sehr standardmäßig und dankbar: Die ersten Kilometer mit leichten Steigungen und insgesamt 120 Höhenmeter die es am Ende, wenn die Kraft nachlässt, auch wieder heruntergeht. Die Pace ist halbwegs konstant und die 10,75 Kilometer in 44 Minuten 36 Sekunden erledigt. Ich auch :).

Mittwochs eine längere Abendrunde mit sehr, sehr großen Trailanteilen. Eigentlich ein Traum für jeden Mountainbiker. Denen begegne ich auch in größeren Gruppen. Geschwindigkeit scheint eher angepasst mit etwa 6 Minuten pro Kilometer aber die Realität ist hart. Die Trails sind extrem anstrengend und kosten Kraft. Knappe 17 Kilometer in 1 Stunde 40 Minuten.

Nach der Feststellung, dass ich diese Woche wirklich über die 50 Wochenkilometer kommen kann (und das früher bei Matthias und seinem Laufblog immer so bewundert habe) mache ich Freitags nochmals eine Runde mit 13 Kilometern in 1 Stunde 15 – eigentlich ist das derzeit meine einzige wirkliche, etwas längere Standardroute die ich so habe. Zuerst über Oberlengenhardt nach Schömberg, entlang des Eulenbachtals entweder über Schwarzenberg oder über die Kapfenhardter Mühle wieder nach Bieselsberg. Sehr schön – auch landschaftlich und man hat meist seine Ruhe. Perfekt.

Samstags packe ich mal wieder mein Bike – das Erste mal in dieser Woche. Erst geht es Richtung Unterlengenhardt und dann entlang eines Trails abwärts zur Burg Liebenzell. Bergauf merke ich mal wieder die noch fehlende Technik (und die ordentliche Steigung) und muss zwischendurch sogar schieben. Danach führt mein Weg über Beinberg und Unterkollbach hinab ins Nagoldtal nach Hirsau – und direkt wieder bergauf nach Altburg. Hart. Ich bin dankbar (vor allem bei den sommerlichen Temperaturen) dass ich ausreichend zum Trinken dabei habe. In Oberreichenbach verfluche ich kurz die Routenführung der Wanderwege (die normalerweise wirklich Top sind) – zuerst geht es durch einen Garten (?!?) so steil bergauf, dass man durchdrehen könnte und der darauf folgende Waldweg hat die Bezeichnung Weg in keiner Weise verdient. Insgesamt eine lustige Tour mit 42 Kilometern, 1300 Höhenmetern in knapp zweieinhalb Stunden.