Laufen vor Xynthia

Was war das für ein schöner Sonntag heute? Sonnenschein, blauer Himmel und unschuldige Schäfchenwolken im Himmel. Da kann man doch nur seine Laufschuhe anziehen und sich auf die Socken machen, oder? Dachte ich mir auch, allerdings erst gegen Nachmittag weil man ja eine gewisse Pause zwischen den Mahlzeiten (verspätetes Mittagessen) und dem Laufen haben sollte. Da ich bei meiner letzten Tour auf ein Schild aufmerksam wurde „Aussichtspunkt Haidach“ dachte ich mir, mal schauen ob ich den finde. Gleich vorraus: Nein, natürlich nicht. Aber trotzdem war es eine sehr schöne Tour…

Los ging es an der Hochschule Pforzheim, in Richtung Buckenberg & Haidach, vorbei an der alten Kaserne (bei Kilometer 1) auf deren Gelände man heute einen Aldi, Edeka, DM und eine Apotheke findet. Danach geht es an den nicht sonderlich schönen Plattenbauten – oder wie auch immer man diese funktionalen und keineswegs hübschen Gebäude nennt – und einigen Einfamilienhäusern (bis Kilometer 2) vorbei bevor es in weniger urbanes Gebiet führt. Auf der rechten Seite befindet sich nun ein Naturschutzgebiet und die Straße geht stetig leicht bergauf. Was zu diesem Zeitpunkt leider wenig Spaß macht: Ordentlich Gegenwind. Links lasse ich das Baden-Württembergische Leistungszentrum der Sportschützen liegen (Kilometer 3) und biege bei der Straße links ab da mir mein Gefühl sagt, dass es dort doch zu den Aussichtspunkt gehen müsste – meiner Erinnerung nach zeigte dorthin der Pfeil welcher mich darauf aufmerksam gemacht hab. Leider geht es nur Bergab und das ist eigentlich kein guter Punkt für einen guten Aussichtspunkt… also entschließe ich mich, darauf zu verzichten diesen zu suchen und biege in den nächstbesten Waldweg rechts ein.

Hier ist es eigentlich sehr schön, der Wald ist relativ Licht was dafür sorgt, dass in den warmen Sonnenstrahlen alles sehr schön erscheint. Leider ist es direkt neben dem Weg viel hohes Gestrüpp, was auch dafür verantwortlich ist, dass Bilder von hier die Szenerie in keinster Weise einfangen können weshalb ich auch darauf verzichte. Kurz nach Kilometer 4 stoße ich auf eine weitere Straße – diese muss ich nun leider rechts abbiegen da es sonst ein sehr, sehr härter Rückweg werden könnte.

Zwei Bilder vom Wald, entstanden bei Kilometer 4,5. Leider ist das Erste sehr überbelichtet. Das tut mir sehr leid, kann ich aber auch nicht mehr ändern ;).

Bei Kilometer 6 erblicke ich einen der Dreh- und Angelpunkte meiner Pforzheimer Laufrouten – das Seehaus. Rechts der Straße sehe ich eine Hütte und einen Trampelpfad und ich denke „ja, den könnte ich ja nehmen, sicher lustig“.

Leider merke ich erst zu spät, dass der Trampelpfad eher als Wasserweg deklariert werden sollte, alles sehr, sehr Nass und matschig. Aber nein, mir ist das egal, ich denke „das schaffe ich irgendwie trockenen Fußes“. Doofe Idee. Das Bild oben ist der Blick zurück nachdem mein rechter Schuh bei dem Versuch das schlimmste zu überspringen komplett Nass geworden ist. Köstlich. In nassen Schuhen läuft man doch immer noch am liebsten und besten.

Wie man sieht war auch gestern Nacht der Wind schon ein wenig aktiv und hat einen Baum auf einen anderen stürzen lassen. Nicht nur Xynthia ist also eine Zerstörerin :).

Der Rest des Laufes ist – mal wieder – nicht sehr spektakulär. Es fängt an zu nieseln und ich bin froh, dass ich das meiste des Weges schon hinter mir habe. Noch kurz über den Campus meiner Hochschule und ein Blick Richtung Pforzheim Innenstadt (zwischen dem Gebäude der Fakultät für Technik am linken Bildrand und dem Baum kann man einen kleinen Berg erahnen – dies ist der Wallberg auf welchem ein Mahnmal zu Gedenken der 18.000 Opfer der Luftangriffe des 23. Februars 1945 steht und welcher aus dem Schutt der Häuser um 40 Meter weiter aufgeschüttet wurde. Wie ich jetzt auf dem Foto leider sehe ist das Bild bei weitem nicht so schön wie der Blick, der sich mir in diesem Moment geboten hat. Ich werde es nachholen – versprochen.

Nach einer eher langen, läuferisch gesehen, harten Zeit war diese Woche mal wieder „richtig gut“. Naja, eigentlich nur ganz ordentlich, aber es ist ein Fortschritt. 25 Kilometer in 3 Läufen sind nicht überragend aber als Wiedereinstieg ganz akzeptabel. Ich hoffe, ihr bleibt alle von dem Sturm verschont und habt einen guten Start in den März!

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