Neues Spaßgerät – das NINER RIP

Nachdem ich mir letztes Jahr als Ausgleich zum Laufen ein Einsteiger – 29er Hardtail geholt hatte bin ich schon so ein klein wenig vom Biken angetan. Nicht, dass ich es bereits besonders gut kann (da muss ich noch viel üben, bis ich auf schönen Singletrails um jede Spitzkehre locker herumkomme oder jede Steigung problemlos rauf und runter schaffe) aber der Spaßfaktor, der ist da.

Bald schon kam der Wunsch nach einem „besseren“ Bike, wenngleich das nur bedingt auch einen besseren Fahrer aus mir macht. Nachdem ich mit meinem Studium fertig war und meine erste Arbeitsstelle angetreten habe, nutzte ich Ende Februar die Chance und habe mir einen gebrauchten Niner RIP – Rahmen geholt um mir selbst ein Fully aufzubauen. Niner, das ist eine kleine aber feine Bikeschmiede aus den USA, welche sich ausnahmslos den großen Laufrädern verschrieben hat. Der Rahmen ist von vielen sehr gelobt und so war ich ganz begeistert, als das Paket bei mir ankam und ich diese 3 Kg Aluminium endlich in meinen Händen halten konnte.

Bis ich alle anderen Teile beisammen hatte verging dann leider noch ein wenig Zeit. Was herausgekommen ist, ist nach meinem bisherigen Eindruck für mich ein wunderbares Spaßgerät. Die Gabel (Manitou Tower Pro mit 120mm Federweg) habe ich bei Best-Bike-Parts geholt, einem Händler aus der Nähe von Stuttgart der mit seinem Team auch jedes Jahr in Schömberg bei der ICE-Challange am Start ist. Lieferzeit: Superschnell.

Weil ich auch auf mein Budget achten musste, wollte ich mir eigentlich eine SLX-Gruppe holen. Solide, bewährt, wenig schlechter wie die XT und dabei deutlich günstiger. Leider war diese bei Actionsports, wo ich eigentlich bestellen wollte, auf ein Mal 50€ teurer und so ich habe dann bei Zweirad Stadler doch eine Vorjahres XT-Komplettgruppe (mit Bremsen und Scheiben) zu einem sehr guten Preis gefunden und sofort zugeschlagen weil der Preisunterschied zu der aktuellen Shimano SLX-Gruppe vernachlässigbar war… Lieferzeit war in Ordnung, allerdings waren die Parts teilweise schon etwas angemackt und hatten Kratzer an Bremskolben und Schalthebeln – rein optische Probleme weswegen ich es wegen des Preises auch nicht reklamiert habe wobei das bei neuen Teilen eigentlich nicht klar geht.

Lenker und Vorbau habe ich bei einem anderen Händler bestellt (laut Online-Shop sofort lieferbar). Dann kam die Nachricht: „Entschuldige, Lieferzeit 2 – 3 Wochen.“ wofür ich Verständnis hatte. Als daraus 5 Wochen wurden habe ich die Bestellung storniert und auf Teile zurückgegriffen die ein Freund noch daheim „auf Halde“ hatte und mir zu einem guten Preis überlassen hat.

Nachdem der Dämpfer vom Service bei Toxoholics zurückkam (kleiner Tipp an alle die ein ähnliches Projekt vorhaben: Die Zeit einplanen! Besonders im Frühjahr haben die viel zu tun und man wartet mal gerne 4 – 5 Wochen von der Anmeldung eines Service bis man den fertigen Dämpfer hat. Ich habe das leider ein wenig unterschätzt) konnte das zusammenbauen beginnen.

Am Ende eines Schönen Pfingstmontags den wir mit Schrauben und Basteln verbrachten waren alle Leitungen verlegt, Schaltung und Bremsen eingestellt und das RIP (Ride in Peace) fertig zur ersten Ausfahrt… und was soll ich sagen. Bisher bereue ich es nicht. Es ist pure Begeisterung. Natürlich ist ein Alu-Fully nicht das leichteste, was man auf dem Markt bekommen kann aber es läuft gut, sehr gut.

Meine erste Tour führte mich über das Enztal bis zum Hohlohturm und zurück über Bad Wildbad wieder in die Heimat. Den Großteil der Strecke bin ich – artgerecht – auf Waldwegen und Trails unterwegs gewesen. Nur die Abfahrt vom Hohlohturm (ca. 900m ü. N.N. über Sprollenhaus bis Wildbad (450m ü. N.N.) habe ich mich auf der Straße an das Hinterrad eines jungen Rennradfahrers auf seiner Simplon-Carbonfeile gehängt und auch dort bin ich ganz gut mitgekommen – trotz 2.25er Reifen 🙂

Jeder, der noch nie ein 29er ausprobiert hat sollte das dringend mal tun. Spaß garantiert. Aber Vorsicht – Suchtpotential.

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