Premiere: Mein erster 5km Lauf – Kraichgau CityCup Bretten 2013

Wie kann man für einen Halbmarathon bevor man mit dem Training beginnt eine realistische Zielzeit anvisieren? Klar, mit ein wenig Google kennt man die Pace-Rechner aber es wird problematisch, wenn man keine aktuellen Bestzeiten unter maximaler Anstrengung hat. Deswegen in Twitter nachgefragt und von @calceola, @Triathlondog und @Laufhannes einige sehr gute Antworten bekommen.

Nachdem es im Training mit den sehr schnellen Kilometern nicht wirklich funktioniert hat fiel die Entscheidung relativ kurzfristig, doch ein aktuelles Wettkampf-Resultat herbeizuführen. Weil ich mich für die 10km absolut nicht in Form fühle dachte ich mir, probiere ich es doch auf die kurze (und und für mich sicherlich harte) Distanz von 5km in Bretten. Auf diesen CityCup in der Melanchthon-Stadt wurde ich nur zufällig über den Night52 Ultralauf aufmerksam, der auch im Rahmen der gesamten Veranstaltung stattfindet.

Die Strecke ist ein vermessener 2,5km Rundkurs durch die Innenstadt von Bretten mit vernachlässigbaren (?) 25 Höhenmetern pro Runde. Der Start der 5km und des Ultras ist um 18 Uhr bei sehr sommerlichen Temperaturen wobei es auch bei den 10km um 19 Uhr gefühlt nicht viel kühler ist.

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Bei bestem Wetter (für ein Sportfest) bin ich eine starke Stunde vor dem Start bei der Nachmeldung für die 5km / AOK-Walking / AOK-Nordic Walking und hole mir meine Startnummer.

Ab dann beginnt die „Routine“. Umziehen, Transponder befestigen, Toilette, etwas trinken, nochmals Toilette, ein wenig warmlaufen, etwas trinken, warten, an der Startlinie positionieren, warten.

Dann noch der Rat des Moderators auf der ersten Runde nicht zu überpacen damit man auf der zweiten Runde noch ein paar Körner übrig hat und kurz danach der Startschuss.

Runde 1:
Sortieren, schnell bin ich vorne dabei. Ein ungewohntes Gefühl. Normal gehöre ich nicht zur „Spitzengruppe“, das ist nicht mein Platz und auch diese Pace ist nicht meine Pace, aber 5km ist Geschwindigkeit, Schmerz… oder? Die späteren Erst- und Zweitplatzieren sehe ich vielleicht noch die ersten 500 Meter, danach sind sie enteilt als es rechts hinauf zum Marktplatz geht. Nun sind wir hier noch eine 4er Gruppe oder so. Ich bin im Tunnel, nehme immer nur Einzelheiten wahr.

Mein Mund ist trocken, meine Zunge auch, es fühlt sich furchtbar an. Ich versuche sie irgendwie zu befeuchten, zu schlucken, nichts geht. Getränkestand, erwische keinen Becher – Mist. Schwämme hätte es auch gegeben – zu spät gesehen. Ich fühle mich mies.

Es geht links runter, schön steil, laufen lassen, rechts ein Knick in einer Seitenstraße bei einem italienischen Restaurant, dann wieder ein Linksknick, ich lass es laufen. Nun auch endlich einen Schwamm erwischt, beiße rein, es wird besser, fahre mir übers Gesicht, frage mich, was das alles soll.

Nochmal über die Straße, man sieht bedingt durch die Streckenführung auch die Läufer die deutlich hinter einem selbst sind und dann geht es schon auf die Start-Ziel-Straße. Ich kann eigentlich nicht mehr. Was wäre eigentlich mit einem DNF bei einem 5er? Oder was ist wenn ich es nun langsam mache und mit einer 21er Zeit finishe? Dann hätte ich es mir auch sparen können. Start-Ziel-Bereich. Erste Runde vorbei. Zeit auf der Uhr: Irgendwas zwischen 9:15 und 9:20 aber irgendwie ist die Kraft raus.

Runde 2:
Ein anderer Läufer setzt sich leicht vor mich. Vor dem Anstieg Richtung Marktplatz entschuldige ich mich bei Ihm, dass ich keine Pace machen kann weil es mein erster 5er ist. Wie es sich herausstellt, bevorzugen wir Beide die langen Kanten. Mittlerweile schnappe ich mir an jedem Versorungspunkt einen Becher mit Wasser. Wahnsinn – ich brauche auf diesen lächerlichen 5km Wasser??? Er macht mir Mut, nicht mit ihm weiterzulaufen, bei ihm wäre die Luft raus und er würde merken, dass bei mir noch mehr geht und ich mich bremse. Er fordert mich zwei Mal auf und meint es gut. Ich gebe „Gas“.

Die ersten Starter sind schon längst von uns überrundet, nun kommen immer mehr Ultras, ich rufe, bitte die linke Spur freizumachen, alle reagieren super und helfen. Ich wünsche den Ultras (etwas über 100 Starter) eine schöne Nacht :). Als ich merke, dass das falsch verstanden werden könnte, schiebe ich nach, dass wir uns hoffentlich im Herbst bei einem 50er sehen. Immer mehr Personen die umrundet werden. Die meisten denken mit, reagieren.

Manche Nordic-Walker nicht. Meine Güte. Abbremsen, Haken schlagen, Umkurven. Nötig wäre das nicht.

Wie lange ist es noch? Für einen Schlussspurt fehlt die Kraft. Oder doch eher die Motivation? Ich sehe vor mir keinen anderen 5km Läufer, das Rennen ist eh gelaufen, das war nichts. Beim Zieleinlauf kann der Moderator meinen Namen, den des Viert-platzieren, nicht nennen weil ich mich zu spät nachgemeldet habe. Ich sehe auf der Uhr 19:11 – am Ende sind es 19:12… AK Männer 2 Platz, Gesamt 4 Platz – wobei man ehrlichweise sagen muss: Die meisten der richtig Schnellen waren ja bei den 10km am Start.

Ich bin fertig.

Hole mir etwas zu trinken, setze mich auf den Bordstein. Kurz danach kommt der andere Läufer und gratuliert mir. Ich weiß noch nicht, ob ich zufrieden sein kann. Es ist das, was ich geschätzt hätte. Befürchtet habe. Ich hätte ein wenig mehr erhofft. Aber die Geschwindigkeit während des Rennens fand ich sehr heftig – auch wenn ich auf der zweiten Runde einen üblen Einbruch hatte.

Schon einen Tag später kann ich nicht mehr sagen, ob ich auf der zweiten Runde bis zum Ende gekämpft habe oder nicht. Das lässt hoffen, dass doch mehr drin ist, für den Halbmarathon – aber davon beim nächsten Beitrag mehr.

Ach, und ich kann froh sein, dass ich „meinen“ Zieleinlauf hatte. Bei den 10km – Läufern gehen selbst die Spitzenläufer im Tumult unter… Schade, weil die Veranstaltung ansonsten sehr gelungen ist.

4 Gedanken zu „Premiere: Mein erster 5km Lauf – Kraichgau CityCup Bretten 2013“

  1. Holla die Waldfee, starker Lauf, Glückwunsch!!!

    Es sind zwar nur 5km, aber wenn man das auf Anschlag läuft, tut das schon weh. Für die Berechnung der HM Zeit halte ich aber einen 5er für zu kurz.

    Grüße -timekiller-

  2. Dankeschön.

    Da hast du auf jeden Fall Recht – deswegen werde ich in 8 Tagen noch eine Laktatmessung machen lassen. Ich hoffe, die bringt Gewissheit.

  3. Glückwunsch zur super Zeit! Das lässt aber zumindest schon die Erkenntnis zu, dass du auch eine top Zeit auf 10 km schaffen kannst. Evtl. kannst du demnächst dann auch noch, vor dem Halbmarathon, eine super Zeit auf 10 km erreichen. 😉

    Grüße
    Mathias

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