Über den Tellerrand – an der Würm nach Weil der Stadt (19,4 Kilometer)

Ja, echt doof, wenn man sich nicht die Zeit nimmt seine Laufberichte zu schreiben und dann nachliefern muss. Schließlich war es schon am Sonntag, also am 18. April als ich meine nächste Tour über den Tellerrand von Mühlhausen nach Weil der Stadt (und zurück) übernommen habe. Bei dem aktuellen Wetter macht das Laufen richtig Spaß. Nicht zu warm, dass man sofort kaputt ist aber schöner, angenehmer Sonnenschein. Also Laufklamotten und Schuhe anziehen, mit dem Auto zum Startort fahren, Geld, Schlüssel und Handy einpacken und los gehts.

Leider wusste ich schon vor dem Start meiner Tour, dass diese Etappe leider nur zu einem kleinen Teil an der Würm verläuft, obwohl der Weg als Würmtalradweg bezeichnet wird. Hier könnt ihr die Etappe auch bei Walkjogrun noch anschauen, ich versuche bei den Bildern circa-Angaben zu machen an welchen Stellen diese entstanden sind…


Am Sportplatz des TSV Mühlausen – mein Startpunkt.

So, gleich nach etwa 500 Metern der Versuch eines Panoramablicks – zurück auf den Sportplatz bei welchem ich gestartet bin, der Beweis, dass das Gebiet hier sehr katholisch ist, der weite Blick Richtung Frohmühle, Merklingen und in weiter ferne Weil de Stadt… man kann kaum glauben, in welchem dichtbewaldeten Gebiet die Würm nur einige Kilometer später zwischen Tiefenbronn bis nach Pforzheim verläuft.

Ja, die Fernsicht ist hier etwas ganz anderes, als ich es von meinem Schwarzwald gewohnt bin. Dort sehe ich auch weit – wenn ich auf einem Berg stehe… aber ich sehe nicht, was in 3 oder 5 Kilometer Entfernung im Tal liegt…

Insgesamt ist relativ viel los – aber ist ja logisch. Sonntag Nachmittag, ein warmer, sonniger Frühlingstag auf einem schönen Ausflugsweg. Mit einer Familie liefere ich mir ein Wettrennen. Sie mit ihren Fahrrädern, ich zu Fuß. Am ersten Berg überhole ich sie, auf dem Abstieg überholen sie mich. An der zweiten Steigung wieder das gleiche. Nach der zweiten Steigung stehen sie an der Kreuzung und reparieren irgend etwas. Danach wurden sie nichtmehr gesehen. Also nicht von mir.

Der Ortseingang von Merklingen (circa Kilometer 4)

Wenn man den Blick nach links schweifen lässt sieht man schon Weil der Stadt und es lässt sich ein Kirchturm erahnen. Aber es ist noch einiges zu laufen. Durch Merklingen ist der Weg (wie auf dieser Etappe insgesamt) ein wenig komisch geführt – entlang der Hauptstraße und dann wieder auf einen landwirtschaftlichen Nutzweg eines Bioland Bauernhofs heraus aus dem Städtchen.

Grüne Wiesen, ein Pflug der offensichtlich schon etwas länger unbenutzt auf einer Wiese liegt (wie heißt es in der Bibel „Wer aber seine Hand an den Pflug legt und wirft einen Blick zurück…“) und ich freue mich einfach, was für ein genialer Tag es ist. Auch die Wolken sind einfach nur schön… und es läuft gut. Mein Puls ist unten, meine Füße frisch, es sind etwa 6 Kilometer geschafft und ich habe keinerlei Bedenken, dass ich irgendwelche Probleme haben dürfte locker zurückzukommen.

Nach 6,5 Kilometern endlich wieder an der Würm – wundervoll. Ich meine 6,5 Kilometer seit dem Start auf dem Würmtalradweg ohne Würm sind schon irgendwie ziemlich sick.

So verläuft meine Strecke also wieder an der Würm und ich hoffe, dass sie nun schöner wird. Etwa bei Kilometer 7,5 sieht man eine große Brücke – für die S-Bahn Linie Nr.5 welche nach Stuttgart fährt – und läuft darunter durch. Und an einer Kläranlage vorbei. Und dann trennt sich der Weg auch schon wieder von der Würm. Geteilt von einer Hauptstraße, dann liegt das Stadion des Faustballvereins dazwischen… ich laufe zwischen Kilometer 8 und circa 8,7 zuerst durch ein Wohngebiet und danach an einer Schul und Sport-Anlage vorbei. Zum Glück weiß ich, wie schön Weil der Stadt ist – sonst wäre ich wohl wirklich genervt. Aber es läuft gut. Ich laufe einen Bogen um schöne Bilder von der Stadtmauer machen zu können welche den historischen Stadtkern beschützt (hat).

Blick durch ein Stadttor (kurz vor Kilometer 9) in die Fußgängerzone

Blick auf die katholische Kirche – diesen Turm konnte man schon ab Merklingen sehen.

Der Marktplatz von Weil der Stadt. Man muss sagen, schnuckeliges Städtchen. Ich hole mir bei einem Eiscafe eine Kugel „Cookies“… köstlich. Weil ich mir noch an der Tankstelle etwas zu trinken kaufen will gehe ich gemütlich weiter…

Durch ein anderes Stadttor und gehe zur Jet. Hole mir eine leckere Afri-Cola zum gleich trinken und noch Wasser für den Rückweg. Nun laufe ich noch eine kleine Schleife um wieder zur Würm zu kommen, da die Cola relativ schnell leer ist kann ich ja wieder normal joggen

Blick auf die Würm, circa Kilometer 10,5 und

und hier wird mein Würm das nächste Mal weitergehen, beim Lauf über den Tellerrand…

Also wie man auf der Karte sehen kann (oder auch nicht) geht es für mich nicht bis nach Nürtingen sondern über Grafenau und Aidlingen nach Ehningen, dort über die A81 Richtung Singen nach Hildrizhausen / Altdorf (es gibt anscheinend Meinungsverschiedenheiten, wo die wirkliche Quelle der Würm liegt. Wie ich dieses Problem löse… we will see!

Ja denn, ging es für mich los auf zurück zum Auto. Am Anfang noch richtig gut. Irgendwann habe ich meinen Magen gespürt. Kein Hunger, eher ein flaues, unangenehmes Gefühl… dachte das geht irgendwie… man kann ja mal die Zähne zusammenbeißen. Habe etwas langsamer gemacht… wurde aber nicht wirklich besser. Bin dann am Ende von Merklingen (Kilometer 15,5) an einem Haus zu einem Mann und habe gefragt, ob ich kurz sein stilles Örtchen benutzen könnte… dachte dann wird es besser.

Als ich wieder losgelaufen bin (bisher war ich 90 Minuten unterwegs, für meine Verhältnisse ein super Schnitt, dass inklusive der Foto-, Eis- und Colapause! und mit absolut frischen Beinen) war mir kalt und ich habe mich nicht wohler gefühlt. Ich habs noch 2 oder 3 Mal probiert weiter zu joggen und es jedes Mal nach wenigen Metern abgebrochen. Die letzten 4 Kilometer bin ich also gegangen. Deshalb habe ich dann auch mal 2 Stunden und 10 Minuten für das Gesamte gebraucht. Eigentlich nicht schlecht… wäre nur nicht dieses unangenehme Ende gewesen. Deshalb war ich dann am Montag auch nicht im Fitnessstudio sondern erst am Dienstag, war am Dienstag nicht laufen sondern erst am Mittwoch – die Tour werde ich aber dann morgen oder übermorgen bloggen – weil die war gut! Seit gespannt auf die nächsten Touren entlang der Würm… ich bin es. Weil ich in den gesamten anderen Ortschaften noch nie (bewusst) war.

3 Gedanken zu „Über den Tellerrand – an der Würm nach Weil der Stadt (19,4 Kilometer)“

  1. Och naja, so ein bisschen verspätet Bloggen ist doch nicht weiter schlimm – ich bin ja zum Beispiel schon fast traditionell ein bisschen im Verzug, das passiert einfach, besonders wenn man viele schöne, neue (und damit ausführliche beschreibenswerte) Touren mit dem Foto (= mehr Arbeit) läuft.
    Macht gaaar nix! 😀

    Die offene Hügellandschaft gefällt mir sehr gut, zur Abwechslung ist sowas immer mal wieder ganz schön, besonders auch, weil man mehr Landschaft mitkriegt als wenn man durch den dichten Wald läuft.

    Weil der Stadt (das übrigens irgendwie so klingt, als würde da noch ein Halbsatz fehlen: „Weil der Stadt das Geld ausgegangen ist“, oder so ähnlich 😉 ) sieht ebenfalls toll aus, diese spätmittelalterlichen Befenstigungsanlagen und der alte Ortskern sind echt der Hammer, da kriegt man richtig Lust, sich das mal selbst anzuschauen.

    Daumen hoch gibt´s für das Eis und die Cola, genauso gehört sich eine Tour über den Tellerrand, ohne Hetze und mit ein bisschen Genuss.

    Und dass es am Ende dann ein bisschen hart geworden ist, naja, sowas passiert, besonders wenn man auskühlt.
    Aber auch das gehört ja irgendwie dazu, wenn man in der Fremde unterwegs ist (und ist schnell wieder vergessen, während die positiven Eindrücke länger im Gedächtnis bleiben).

    Auf jeden Fall eine ganz spannende Runde, ich freu´ mich schon auf den nächsten Teil!

  2. Auch echt doof, wenn man sich nicht die Zeit nimmt, die schönen Berichte zu lesen …

    Spannend sieht es aber auch nachträglich noch aus, wobei ich die Würm irgendwie putzig finde. So ein kleines, süßes Ding. Kein Wunder, dass man nicht so recht weiß, wo die herkommt 😀

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