Von Flößern und Rittern

Heute stand eine Pflichttour meiner Idee „Die Nagold erlaufen“ auf dem Plan. Pflicht weil ich die Strecke schon öfter gelaufen bin. Aber es ist nur konsequent um auch diesen Abschnitt noch einmal zu erlaufen um hier darüber zu schreiben. Zu Allererst musste ich nach Unterreichenbach (an der Nagold). Die Waldwege waren nicht wirklich schön zu laufen, sehr zugewachsen, uneben und vom Regen welchen es am Nachmittag gab auch noch schön feucht.

unterreichenbach_talblick

Das Dorf an sich hat wenig Interessantes zu bieten. Außer vielleicht, dass die Fußballmannschaft dieses Jahr am letzten Spieltag durch ein dramatisches 6:0 gegen Dillweißenstein (welches auch an der Nagold liegt) bei gleicher Punktzahl und Tordifferenz doch noch den Aufstieg in die Kreisliga geschafft hat nachdem der Tabellenführer Ellmendingen beim Derby gegen Dietlingen nur unentschieden gespielt hatte. Den Ausschlag gab nur die Tatsache, dass Unterreichenbach während der Saison 2 Tore mehr geschossen hatte. Wobei, im Dorfzentrum steht ein Flößerdenkmal

unterreichenbach_floesserdenkmal_nagoldbruecke

welches daran erinnert, dass hier schon ein Wasser- und Landzollgrenzort war bevor Christopher Kolumbus seinen innovativen Seeweg nach Indien gefunden hatte. Und das hatte auch was mit der Flößerei zu tun. Im Hintergrund sieht man auch die Bahnbrücke auf welcher die Nagoldtalbahn der DB verkehrt – nur so der Vollständigkeit halber ;-). Ich biege rechts ab, Flußaufwärts und wechsele im Ort auf die andere der Nagold. Nach etwa einem Kilometer kommt Dennjächt welches auch noch zu Unterreichenbach gehört. Schönes kleines Fleckchen Erde – aber für mich wäre das Leben im Tal einfach nichts. Auf der Höhe ist es eben doch schöner, man hat mehr Sonne und es ist länger wirklich hell.

dennjaecht_nagold

Wie man auf dem Bild sehen kann ist die Nagold heute eine ziemliche Dreckbrühe – das ist aber nicht immer so. Kurz hinter Dennjächt verlasse ich den normalen Nagoldtalradweg und überquere an einem Bahnübergang die Gleise. Der Grund ist einfach: Waldwege sind mir lieber beim joggen wie betonierte Radwege (auf welchen ich noch lange genug Laufen muss) auch wenn das bedeutet, dass ich einige Steigungen und Höhenmeterchen mitnehmen muss. Allerdings müffelt es im Wald heute irgendwie komisch. Ich weiß nicht, wieso. Als nächsten Fixpunkt komme ich nach ein paar Kilometern an die Abzweigung zum Monbachtal. Leider hatte ich keinen schönen Punkt von welchem sich ein Foto gelohnt hätte und weil mir das Tal gut bekannt ist lasse ich es links liegen. Für Familienausflüge ist es wirklich toll, man kann Minigolfen, es gibt einen Seilgarten, Tretbecken, Kinderspielplatz und im hinteren Teil auch einen tollen Wald. Nun geht es unter der Eisenbahnlinie hindurch wieder auf den normalen Radweg. Rechts auf der anderen Seite der Nagold kommen Tennisplätze, eine Eislaufhalle („Das Polarion“), der Platz vom Fußballverein und zum krönenden Abschluss die Kläranlage. Tolle Kombination. Ab hier sieht man auch Schilder welche den tollsten Beschluss der Gemeinde Bad Liebenzell dokumentieren:

alkoholverbot_bad_liebenzell

Weil vor dem Polarion oder sonst irgendwo manche Jugendliche Alkohol getrunken haben gibt es hier nun wieder eine Vorform der Prohibition: Man darf Alkohol noch kaufen aber nicht mit sich herumtragen oder in der Öffentlichkeit trinken. Naja, mir kanns egal sein. Ich bin schon beinahe am Ende meiner heutigen Route. Ist gut gelaufen. Leider war der Puls schon wieder manchmal zu hoch. Aber das ist ja zur Zeit leider schon beinahe Standard bei mir.

bad_liebenzell_stadt_stauferburg

Zum Abschluss noch ein Blick auf Bad Liebenzell (wenigstens einen Teil davon), links die Stauferburg, darunter die Teile der alten Stadtmauer. Würde man weiter nach rechts in das Tal blicken könnte man das Freibad und das Thermalbad der Stadt sehen – und den beinahe hoffnungslos heruntergekommenen 70er Jahre Bahnhof. Rein Streckentechnisch sind es 11,5 in 1:10. Durchschnitt eben 🙂

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